Nur Hundert Jahre - Die Aktualität von Frauenwahlrecht und Frauenpolitik

Vor 100 Jahren durften Frauen das erste Mal in der Geschichte Deutschlands wählen bzw. gewählt werden. Auch Thüringer Frauen und Männer hatten für die Einführung des Frauenwahlrechts gekämpft. Die ersten Parlamentarierinnen in den kommunalen Parlamenten sind seit dieser Zeit in Vergessenheit geraten.
Dies möchte die Ausstellung „Nur Hundert Jahre – die Aktualität von Frauenwahlrecht und Frauenpolitik“ ändern. In Kurzbiografien werden 10 weibliche Abgeordnete aus Gotha vorgestellt, welche überregional wirkten und beispielhaft für die Thüringer Frauenbewegung der Weimarer Republik sind. Im Fokus stehen außerdem Fragen wie: Welche Parteien wählten Frauen? Welche politischen Themen vertraten sie, wie waren die Reaktionen der männlichen Abgeordneten und welche Entwicklung nahm die Beteiligung von Frauen an der Politik nach der Weimarer Republik?

100 Jahre Frauenwahlrecht haben viel bewirkt. Gleichwohl hat Frauenpolitik derzeit keinen hohen Stellenwert, obwohl immer häufiger Frauen in der Politik präsent sind, Regierungsverantwortung übernehmen und auch die Mehrheit der WählerInnen darstellen. Andererseits sind auch Frauen überdurchschnittlich NichtwählerInnen und werden häufig noch als Quotenfrauen verunglimpft oder an ihre Arbeit höhere fachliche und ethische Maßstäbe angelegt, als an ihre männlichen Pendants. Aus konservativer und v. a. rechtspopulistischer Richtung gibt es eine Aktualisierung geschlechtsspezifischer Stereotype der Mutterrolle und der Hausfrau, die einer aktiven und universellen politischen Beteiligung von Frauen entgegenstehen.

Das Vorhaben wird gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport; Denk Bunt - Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit